Berlin 2.0
Ich muss mal was loswerden, was mir seit zemlich genau einer Woche durch den Kopf schwirrt.
Ich war letztes Wochene in Berlin und habe den Goldenen Biene Award für die http://stiftung-lebenshilfe.org Webseite gewonnen. Diesen Award bekommen nur Webseiten die durch Ihre Gestaltung, Programmierung und Texte extrem gut von Menschen mit Behinderungen benutzt werden können. Aber das nur am Rande.
Eigentlich geht es mir um den Abend danach. Man tingelt durch Berlin und irgendwie tut sich über Steph, mit der ich unterwegs war, eine Einladung zu einer WG Party auf. Ok, kenn ich. WG Partys sind immer gut. Also Wein, Kippen und Spinatschorle gekauft und ab nach irgendwo in Berlin zu irgendwelchen Leuten.
Es war ein unglaublich schöner Abend in einer ziemlich geilen WG am Rande von Berlin. Ich habe mich mit vielen Leuten unterhalten, gegessen, Musik gehört, geraucht, getrunken und gelacht.
Bis zu einem Zeitpunkt. Genau dem Zeitpunkt an dem mir bewusst wurde:
Ich bin auf einer Party
- von dem Kumpel von jemand
- den die Steph über Twitter kennt
- die ich wiederum über Twitter kenne….
Der Nachbar eines Schwagers ist im Vergleich dazu ein enger Verwandter!!!
Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und nicht darüber nachdenken. Weiter im Takt. Mehr trinken, mehr reden und so tun als wär das normal. Mich kennt ja eh keiner und die anderen denken bestimmt das mich schon irgendjemand kennt. Warum wäre ich sonst da? Im Gespräch mit Peter, dem ich schon lange auf Twitter folge ist mir bzw. uns klar geworden, das wir uns zwar auf Twitter folgen – uns aber nicht besonders gegenseitig wahrnehmen. Wie in einer 30 Jährigen Ehe. Man liest sich halt - perzeptiv.
Mir stellt sich jetzt die Frage: Ist das normal? Ist das Berlin? Ist das Twitter? ist das 2010?
Ich freue mich auf Antworten von Steph, Peter und Walter, die ich mittlerweile viel intensiver wahrnehme und sehr zu schätzen weiß.
Danke für den Tollen Abend.
tja, ich persönlich bin jedes mal komplett verwirrt, wenn ich jemanden, den ich über twitter “kenne” im real life treffe – bisher meistens unverhofft und damit unvorbereitet und somit auf dem falschen fuß … ich denke also, dass das nicht “berlin” sondern “twitter 2010″ ist – interessant wäre es herauszufinden, ob das ein generationenphänomen ist, also ob bspw. mein neffe es in ein paar jahen völlig normal fände, auf einer klassenfahrt in barcelona oder oder so zufällig auf einen seiner twitter-kontakte zu treffen – sofern er denn twittern würde … frohes fest/ heiko
Ich hab ja durch twitter schon ca. 300 Leute kennengelernt. Aber das war immer im twitter Umfeld. Als auf Barcamps, twittertreffen oder spontanen Verabredungen. Aber auf einer “Privatparty” zu landen, nur weil man jemand kennt, der jemand auf Twitter kennt, ficnd ich kurios. War aber auf jeden Fall ein geiler Abend
Ich würde es toll finden, den Leuten, mit denen ich mich auf Twitter unterhalte und noch nicht kenne, einfach so über den Weg zu laufen.
Das geht aber nicht, da die meisten, denen ich auf Twitter folge aus Berlin kommen, wo ich sehr, sehr, selten bin, oder aus dem Rhein-Hunsrück Kreis, welcher ziemlich klein ist und wo man einfach jeden kennt.
Ich finde die Möglichkeiten einer Statt einfach cool